Erster Teil: Balanceakt
Menschen, so sagt man, könnten mühelos
mit einem Seil über eine Schlucht balancieren, solange sie nicht
wissen, was genau sie gerade tun. Schwindelfrei und absolut sicher
spazieren sie hin und zurück. Doch ein einziger Blick nach unten
genügt, um diese Gegebenheit zu ruinieren, das Gleichgewicht außer
Kraft zu setzen und einen Menschen mitten auf dem Sein komplett zu
lähmen.
Ich wurde gezwungen, nach unten zu
sehen.
Nun stehe ich da, weiß weder vor noch
zurück und auch wenn, wäre ich kaum in der Lage einen einzelnen
Schritt zu tun.
Ein klares Zeichen, WARTE! Gib dir einen Moment, bis du weißt, in welche Richtung du gehen möchtest. Und dann halte dich an die beiden Regeln des Marathon – frei nach Barney Stinson:
Ein klares Zeichen, WARTE! Gib dir einen Moment, bis du weißt, in welche Richtung du gehen möchtest. Und dann halte dich an die beiden Regeln des Marathon – frei nach Barney Stinson:
- Setze einen Fuß vor den Anderen.
- Hör erst auf damit, wenn du im Ziel bist
Zweiter Teil: Farbwechsel
Seit einer Woche kommt mir alles
seltsam vor, unreal, obwohl das Leben mit rechten Haken nicht
unbedingt sparsam war. Trotz der Veränderung ist es immer noch mein
Leben, fast wie vorher. Im Alltag kaum verändert. Abends weniger
telefonieren, tags ein paar SMS weniger. Doch im Grunde genommen das
gleiche Leben. Nur wirkt es anders auf mich.
Vor allem die Menschen in meiner
Umgebung verhalten sich anders. Entweder dieses unnötige Mitleid,
das Gefühl, wie ein rohes Ei behandelt zu werden – angefasst mit
Samthandschuhen, in Watte gepackt und so weiter. Völlig ungewollt,
vor allem ungewollt.
Auf der anderen Seite, die extreme Bemühung, genau das nicht zu tun, den Schein erwecken zu wollen, dass sich absolut nichts verändert hat. Hat es aber, nicht die Umstände, mehr ich selbst.
Auf der anderen Seite, die extreme Bemühung, genau das nicht zu tun, den Schein erwecken zu wollen, dass sich absolut nichts verändert hat. Hat es aber, nicht die Umstände, mehr ich selbst.
Unterm Strich eine Lüge aus
fehlplatzierter Rücksicht. Ich kann nur schwer sagen, was schlimmer
und unerträglicher ist.
Das ist der wahre Grund, warum ich
meine Zeit am liebsten allein verbringe, umgeben von Büchern und
Musik, sie sind konstant geblieben.
Dritter Teil: Schach
Ich betrachte mein Leben gerne als
Schachspiel. Interessen, Wünsche, Gefühle und sogar Menschen
agieren, als wären sie nichts als Figuren. Ich bin gleichzeitig
Spieler und selbst Figur. Im Duell gegen ein boshaftes Wesen in Form
eines boshaften Kleinkindes gesteuert von purer Willkür – nennt
ihn Gott, Teufel oder Biene Maja, völlig irrelevant.
Aktuell stehe ich im Schach, die
aktuelle Position ist nicht sicher, die nebenliegenden Felder
bedroht. Nur weniger schützende Figuren übrig, und ich stehe unter
Zugzwang.
Aber egal wie die Figuren stehen, das
Spiel kann werder gewonnen noch verloren werden. Es endet einfach,
zeitgleich mit Herzschlag und Atmung. Was zählt ist, ob die Partie
trotz oder gerade wegen den dramatischen Situationen Spaß gemacht
hat. Die Gewissheit, die Herausforderung freiwillig angenommen zu
haben – spielen musst du.
Angestrebter Titel: Sieger der Herzen.
Angestrebter Titel: Sieger der Herzen.
Oder eben diverser paar Brüste samt
Zubehör :)
Sayonara
Leo
Leo