Donnerstag, 5. Januar 2012

Memoiren des Spielers


“Unfreiwillig gemeinsam allein!“

Ich sehe das Leben wie eine große Runde Blackjack, sieben Milliarden Spieler an unendlich vielen Tischen. Jeder ein Blatt in die Hand, aber nicht vor den Mund.
Andere behaupten, es bestünde aus Formeln und Zahlen. Zutreffender wären Ereignisse und Wahrscheinlichkeiten, Kosten und Nutzen, die Variable „Menschlichkeit“ und unter einem großen Bruchstrich die Zeit, Zeit die dem Spiel erst eine Befristung, besser gesagt einen Wert gibt.
Dieses Schema lässt sich auf fast alles herunter brechen, gesetzt den Fall, man möchte. Ob man dadurch etwas gewinnt, ist durchaus fraglich, aber es gibt eh keine richtige Definition von “Im Leben gewinnen.“ Glück? Erfolg? Beziehungen? Alles davon, nichts davon oder irgendetwas dazwischen?
Aber ich bleibe bei meiner vielleicht etwas verschrobenen Anschauung. Bietet sie mir auch nicht unbedingt Sicherheit, Spaß bringt sie auf jeden Fall. Der große Vorzug: Die Mischung aus Logik und Glücksspiel, atemberaubend, spannend, zerbrechlich.

Doch was sich normalerweise die Waage hält, kann sich gegen dich wenden. Die Chancen stehen 50/50, riskiere es oder lass es sein. Und wenn du Pech hast, 22 Augen oder mehr. Überkauft, die Bank gewinnt. “Es war uns eine Ehre“ = “Da ist die Tür!“ Die Logik wendet sich nicht gegen dich, eher gegen das Spiel. Zeit, die Strategie zu wechseln, Auszeit an der Bar, “Oban Single Malt, mit Eis bitte“
Und gerade die Erkenntnis, die Strategie ändern zu müssen, der Appell, anders zu handeln bewirkt meistens dass Gegenteil. Ironie des Lebens. Man beginnt, alles bis ins kleinste zu zerdenken, verliert zunächst den Überblick, danach die komplette Substanz.
An diesem Punkt zeigen sich die Lebenskünstler, diejenigen, die den Überblick und die Besonnenheit halten können, diejenigen, die die Gratwanderung zwischen chaotischer Spontanreaktion und dem Denken bis zu Handlungsunfähigkeit meistern.
An die Arbeit!

3 Kommentare:

  1. bruder ganz ehrlich, ich bin jedes mal beeindruckt wie du so außergewöhnlich gut schreiben kannst, du schreibst so, dass du uns alle in einen besonderen bann ziehst einen bann der uns wiederum in die realität zurückholt, aus der wir jeden tag aufs neue geraten, die art wie du schreibst ist göttlich, und niemand anderes kann einen menschen so vom gegenteil überzeugen wie du, danke dass du uns allen den realitätsverlust wieder austreibst

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  3. Ich würd sagen:"Scheiß aufs Spiel!!" Will ich Spaß haben, dann spiel' ich mit, Scheiß aufs Geld. Hab' ich keinen Bock mehr drauf, also keinen Spaß hau ich ab...
    Hauptsache ist doch wohl, dass es mir gut geht und wenn nicht, dass ich das nicht merke. Und gehts mir doch nicht gut, dann ändere ich das, weil die Zeit hier viel zu kurz und damit zu kostbar ist, um keinen Spaß zu haben.
    Denn eins darf man doch wohl nie vergessen: ES IST MEIN LEBEN, DAS ICH HIER LEBE!!!

    Aber das Gleichnis ist dir, wie immer, gelungen, Bro. Mach' weiter so!

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