Freitag, 6. April 2012

Kunst der Gedanken


Endlich habe ich wieder etwas geschrieben, auch wenn ich noch unzufrieden bin. Ich gebe euch mal einen Text, ohne ihn vorher mehrmals überarbeitet zu haben. Bei diesem wäre das eh zwecklos! Und ich muss feststellen, dass die gedankliche Unordnung hier mein Inneres sehr gut darstellt.
Viel Spaß...

„Danach Stille, schlechtes Gewissen, die Gewissheit kommt und ich erbrech' mich ins Kissen“
Prinz Pi – Elfenbeinturm

Verstehen kann man die meisten Ereignisse nur im Nachhinein. An Claires Schrank hängt eine Postkarte mit einem genialen Satz: Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts. An diesem Satz ist Wahres dran! Ich persönlich brauche immer ein paar Tage, um wichtige Erlebnisse wirklich begreifen zu können. So auch die vergangenen Tage, die ich bei Claire verbracht habe. Langsam hören die leisen Stimmen in meinem Kopf auf, Chinesisch zu reden.
Ich erkenne, wie sich ein rotierendes Mosaik aus Momentaufnahmen, Eindrücken und Gedanken nach und nach zu einem Strang aus Linien verdichtet und mir Wahrheit zeigt. Die Art Wahrheit, die ich längst hätte sehen können, aber nicht habe sehen wollen.
Ich denke, so entsteht fast jede Art von Kunst, egal ob Gemälde oder eine Reihe von Worten. Egal, ob durch Pinsel und Leinwand oder durch Kugelschreiber auf Papier geschaffen. Kleine Linien verdichten sich solange zu Buchstaben und Worten, bis ein gewisser Zauber und eine Stimmung entsteht, die teilweise vom Inhalt unabhängig sind. Es geht ja auch nicht um den Inhalt, sondern um dessen Bewertung und Auswirkung. Ich habe gehört, dass Leid – und dann bestimmt auch Glück! - weniger mit dem zu tun hat, was passiert sondern damit, wie wir das Geschehene bewerten.
Leider habe ich keine Ahnung, wie ich die letzten Tage wirklich bewerten soll. Es sind zu viele Bilder, zu viele Gedanken und zu viel Gefühl in zu kurzer Zeit. Ich hoffe, dass ich der einzige bin, der keine Ahnung hat. Es reicht, wenn einer vergessen hat, wo oben und unten ist!

Sayonara
Leo

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